Die Altersvorsorge ist für viele eine Grauzone

Die gesetzliche Rentenversicherung ist die finanzielle Basis für das Alter. Durch den demografischen Wandel in der Gesellschaft wird das Rentensystem jedoch zunehmend schlechter funktionieren als in der Vergangenheit. Wenn die Rentenleistungen nicht ausreichen oder keine Leistungen zu erwarten sind, besteht Handlungsbedarf für eine private Altersvorsorge. Für Selbständige ist die private Altersvorsorge die Grundlage für die spätere finanzielle Versorgung. Die Gefahr einer Rentenlücke wird leider von vielen Menschen unterschätzt. Deshalb bekommen künftig auch Menschen mit guten Einkommen weniger Rente als erwartet. Bei der Altersvorsorge sollten Sie kein Risiko eingehen, sondern rechtzeitig handeln!

Je eher Sie mit der Vorsorge beginnen desto größer und sicherer wird Ihr finanzielles Polster. Bei langen Laufzeiten profitieren Sie vom Zinseszins und der ist maßgeblich für die Erhöhung Ihrer Rendite!

Sie können die private Altersvorsorge individuell auf Ihre persönlichen Erfordernisse zuschneiden. So ergeben sich für unterschiedliche Anlagetypen und Berufsgruppen die jeweils besten Lösungen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Handlungsbedarf bei sich erkennen!

Prüfen Sie vor Abschluß Ihre Rentenlücke, Ihr Sparziel und die Zugangsvoraussetzungen. Nicht jede Form der Vorsorge ist für jeden geeignet. Wir unterstützen Sie bei der Klärung dieser Details. Vor Abschluß eines jeden Vertrages sind folgende Fragen wichtig: Wieviel können Sie monatlich einzahlen? Wie viel Jahre wollen Sie einzahlen? Wie hoch soll Ihre Rente sein?

Das Säulenmodell der Altersvorsorge

  • 1. Säule
    Basisvorsorge
    (gesetzlich)
  • Gesetzliche Rentenversicherung
    Berufsständische Versorgungswerke
    Rürup-Rente
  • Besteuerung:
    Beiträge zunehmend steuerbegünstigt, Renten zunehmend steuerpflichtig
  • 2. Säule
    private Vorsorge (gefördert)
  • Betriebliche Altersvorsorge
    Riester-Rente
    Pensionsfonds
    Direktversicherung
  • Besteuerung:
    Beiträge steuerfrei und ggf. durch Zulagen begünstigt
    Rentenzahlung steuerpflichtig
  • 3. Säule
    private Vorsorge (ungefördert)
  • Lebensversicherung
    Rentenversicherung
    Fondssparplan (im Rahmen einer Versicherung)
  • Besteuerung:
    Beiträge aus versteuertem Einkommen
    Rente steuerbegünstigt
  • 4. Säule
    weitere Geldanlagen
    (Kapitalmarkt)
  • Immobilien
    Aktienfonds
    ETFs
    Fondssparplan
    ETF-Sparplan (mit Auszahlplan)
  • Besteuerung:
    Beiträge aus versteuertem Einkommen, Gewinne und Einnahmen sind voll zu versteuern

Rürup-Rente

Die Rürup-Rente kann sich für diejenigen Personen lohnen, die nicht sozialversicherungspflichtig sind. Es ist eine freiwillige Versicherung und in erster Linie für Selbständige und Freiberufler gedacht. Gutverdienende Angestellte und Beamte können mit der Rürup Rente ebenfalls für ihr Alter vorsorgen.

Riester-Rente

Die Riester-Rente ist eine Form der privat finanzierten und staatlich geförderten Altersvorsorge in Deutschland. Die Riester-Rente wird durch staatliche Zulagen und Sonderausgabenabzug gefördert. Sie richtet sich an Familien und Menschen mit einem niedrigen bis mittleren Einkommen. Für höhere Einkommen kommt auch die Rürup Rente in Betracht.

1. Klassische Rentenversicherung

Die klassische Rentenversicherung eignet sich besonders für sicherheitsorientierte Menschen. Wer auf Rendite setzt kommt mit dieser Rentenform nicht zum gewünschten Ergebnis. Die klassische Rentenversicherung garantiert eine lebenslange Rentenzahlung im Alter. Fallen Überschüsse an, kann die Rentenzahlung höher ausfallen als berechnet. Je später Sie den Rentenbeginn wählen, desto geringer wird diese Rente versteuert, denn die Steuern werden nur für den Ertragsanteil fällig.

Die Höhe der Leistungen aus der Rentenversicherung ist abhängig von: dem monatlichen Betrag Ihrer Einzahlungen, der Laufzeit der Einzahlungsphase und den Erträgen aus Garantiezins und Überschüssen.

Sie zahlen monatlich einen Beitrag an die Versicherung. Abzüglich der anfallenden Kosten wird Ihr Kapital zu einem vereinbarten Zinssatz verzinst. Erwirtschaftet das Versicherungsunternehmen Überschüsse, werden Sie daran beteiligt. Am Ende der Vertragslaufzeit erhalten Sie die monatlichen Zahlungen auf Lebenszeit!

Tritt der Tod vor dem Rentenbeginn oder nach wenigen Jahren ein, erhalten Ihr Partner oder Ihren Kinder den Sparanteil plus Zinsen und Überschüsse. Vereinbaren Sie dazu die Beitragsrückgewähr. Bei Tod nach erstmaligem Bezug der Rente erhalten Ihre Erben das Kapital minus der bisher gezahlten Leistungen.

Mit der Rentengarantiezeit sichern Sie Ihren Hinterbliebenen eine Weiterzahlung der Rente bis zum vereinbarten Zeitpunkt. Beträgt die Rentengarantie z.B. zehn Jahre, erfolgt die Rentenzahlung zehn Jahre lang vom Rentenbeginn an, auch wenn Sie in der Zwischenzeit sterben.

Vorteile

• unabhängig von Marktschwankungen
• Sicherheit durch Garantie-Rente
• Auszahlung auf Lebenszeit
• sinkender Steueranteil

Nachteile

• keine Garantie für Mindestrente
• Garantiezins derzeit nur 0,9%
• geringe Flexibilität
• Verwaltungskosten vergleichsweise hoch

2. Fondsgebundene Rentenversicherung

Die fondsgebundene Rentenversicherung ergänzt Ihre gesetzliche Rente bzw. die Altersabsicherung. Diese Rentenform empfiehlt sich Menschen zwischen 20 und maximal 50 Jahren. Sie  investieren in verschiedene Investmentfonds, die durch Anlagegeschäfte Gewinne erwirtschaften. Solche Fonds handeln Aktien, Rohstoffe, Wertpapiere und/oder viele weitere Anlagen. Ein monatlicher Beitrag wird abzüglich der Verwaltungskosten in einen oder verschiedene Fonds angelegt.

Die fondsgebundene Rentenversicherung bietet Ihnen höhere Renditechancen, beinhaltet aber auch höhere Risiken. Die fondsgebundene Rentenversicherung erfordert einen langen Atem und Bereitschft zum Risiko. Die Höhe des Risikos hängt vom jeweiligen Fond ab. So setzen Rentenfonds eher auf Sicherheit, während Aktienfonds risikoorientierter sind und die Rendite im Blick haben. Sparer bis etwa 48 Jahre können Kursschwankungen und Inflation durch eine lange Laufzeit kompensieren.

Wenn Sie jederzeit Zugriff auf Ihr Geld haben wollen ist diese Rentenform nicht geeignet, weil der Rückkaufswert in der Ansparphase geringer ist als die eingezahlten Beträge. Folglich würden Sie einen Verlust machen.

Folgende Voraussetzungen sollten erfüllt sein: Sie sollten Ihre laufenden Verpflichtungen mühelos aus dem laufenden Einkommen abdecken können und mindestens drei Nettogehälter als Reserve vorhalten. Andere Risiken sollten bereits durch bestehende Versicherungen abgesichert sein.

Ihre persönliche Risikoneigung entscheidet darüber in welche Art von Fonds Sie investieren! Wenn Sie Klarheit über Ihre Fondsstrategie haben können Sie während der gesamten Vertragslaufzeit Einfluss auf die Zusammenstellung Ihres Fonds nehmen. So können Sie bei Vertragsabschluss mitbestimmen, in welche Fonds Sie einzahlen wollen. Die Auswahlkriterien für einen Fond sind u.a. gute Erträge und geringe Kosten. Dazu beraten wir Sie gern persönlich.

Weitere Auswahlkriterien

• große Auswahl an Fonds
• nachweislich gewinnträchtige Fonds
• bewährte Indexfonds befinden sich im Portfolio
• Kapitalumschichtung in andere Fonds ist möglich
• keine Stornogebühren bei vorzeitiger Beendigung
• angemessene Verwaltungsgebühren
• Verwaltungsgebühren verteilen sich über die Laufzeit

Staatliche Förderung der fondsgebundenen Rente

Über eine Riester-Rente oder Rürup-Rente erhalten Sie für bestimmte Verträge staatliche Förderungen, entweder als Zulage oder in Form von steuerlichen Vorteilen.

Vorteile

• höhere Rendite
• Steuern erst in der Auszahlungsphase
• Fondswechsel möglich
• individuelle Fondsauswahl möglich

Nachteile

• Abschlusskosten werden am Anfang fällig
• Verlustrisiko durch Kursschwankungen
• keine Garantierente
• Planung schwierig

3. Lebensversicherung

Risikolebensversicherung

Die Risikolebens­versicherung dient in erster Linie der finanziellen Absicherung im Todesfall. Stirbt der Versicherungsnehmer innerhalb der Vertragslaufzeit, wird die Versicherungssumme an den oder die im Vertrag benannten Begünstigten Personen ausgezahlt. Damit eignet sich diese Versicherung also in erster Linie für die finanzielle Absicherung der eigenen Familie und Angehöriger. Eine Altersvorsorge bietet sie nicht. Die monatlichen Beiträge richten sich nach Alter, Gesundheits­zustand, Gefahren, gewünschter Versicherungs­summe und Laufzeit.

Klassische Lebens­versicherung

Die klassische Lebens­versicherungwird auch kapitalbildende Lebens­versicherung genannt und beinhaltet eine Garantie­verzinsung von derzeit 0,9%. Damit ist diese Form der LV zwar sicher, aber wenig lukratitv.

Lebensversicherungen lohnen sich für Menschen, die ihre nächsten Angehörigen finanziell absichern wollen.

Neben dem Hinterbliebenenschutz dient die Kapitallebens­versicherung auch der Altersvorsorge. Dazu wird ein Sparanteil Ihres Beitrages in Anlagen investiert. Die Ertragsaussichten sind jedoch alles in allem gering, weshalb sich eine fondsgebundene Lebensversicherung eher anbietet.

fondsgebundene Lebens­versicherung

Bei der fonds­gebundenen Lebens­versicherung tragen Sie ein höheres Risiko, haben aber ebenso auch größere Aussichten auf Rendite. Hier sind die Wertentwicklungen der Anlagen ausschlaggebend für Ihre künftigen Leistungsansprüche. Der Leistungs­anspruch hängt ganz oder teilweise von der Wertentwicklung der Finanzanlagen ab.

Über sogenannte Garantiefonds kann das Risiko abgefedert werden. Der Versicherer sichert dann vertraglich eine Mindestleistung zu. Die Kursschwankungen werden am besten durch lange Laufzeiten kompensiert. Deshalb ist auch hier ein früher Einstieg sinnvoll.

Damit die Steuervorteile greifen muss der Vertrag mindestens 12 Jahre Laufzeit haben und darf nicht vor dem 62. Lebensjahr ausgezahlt werden.

Beraten Sie mich bitte zur Altersvorsorge